Wer in den letzten Jahren mutig gegen den Mainstream angeschrieben hat, verdient zunächst einmal Anerkennung. Ob bei Tichys Einblick, EIKE, Nius, Apollo News oder in den energiepolitischen Positionen der AfD-Bundestagsfraktion – die alternative Medienlandschaft hat sich zu einer Stimme entwickelt, die dort Fragen stellt, wo andere lieber schweigen. Höchste Zeit, den Köpfen hinter diesen Positionen einmal ein Gesicht zu geben: Wer sind die Menschen, die zu Klima, Energie, Mobilität und Wirtschaft schreiben – und was qualifiziert sie dafür?
Klimakatastrophe und Folgen
Bei EIKE prägen Präsident Dr. Holger Thuß (Historiker), Vizepräsident Michael Limburg (Diplom-Ingenieur Elektrotechnik, zugleich stellv. Vorsitzender des AfD-Bundesfachausschusses Energie) und Pressesprecher Horst-Joachim Lüdecke (ebenfalls im selben AfD-Gremium) die Klimaberichterstattung. Bei Tichys Einblick ist es vor allem Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, promovierter Chemiker und ehemaliger Hamburger Umweltsenator, der regelmäßig als Gastautor auftritt. Nius-Chefredakteur Julian Reichelt griff wiederholt selbst in die Klimadebatte ein, bei Apollo News ist es Chefredakteur Max Mannhart. Auf AfD-Seite sind es die klimapolitischen Sprecher Karsten Hilse (gelernter Polizist) und Rainer Kraft.
Energieversorgung
Dieselbe EIKE-Führungsriege (Thuß, Limburg, Lüdecke) bestimmt auch die Energieberichterstattung. Bei Vernunftkraft schreiben laut unabhängiger Analyse überwiegend Journalist:innen und Ingenieur:innen ohne aktuelle Forschungstätigkeit. Bei Tichys Einblick kommt neben Tichy und Vahrenholt Frank Hennig hinzu, Diplom-Ingenieur für Kraftwerksanlagen, der zugleich bei Vernunftkraft und der AfD als Referent auftritt. Energiepolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion ist seit 2017 Steffen Kotré, gelernter Unternehmensberater.
Mobilität
Zum Thema Mobilität äußert sich bei Tichys Einblick vor allem Gründer Roland Tichy selbst, mit wirtschaftspublizistischem Hintergrund im Automobilsektor. Verkehrspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion war bis 2024 Dr.-Ing. Dirk Spaniel, promovierter Ingenieur und langjähriger Entwicklungsingenieur bei Daimler – seit 2025 übernimmt Wolfgang Wiehle ohne technischen Hintergrund diese Rolle.
Industrie und Wirtschaft
Bei Tichys Einblick zeichnet vor allem Alexander Horn für das Thema Deindustrialisierung verantwortlich, Diplom-Wirtschaftsingenieur mit Laufbahn in Produktion und Logistik. Wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion ist Leif-Erik Holm, von Beruf Radiomoderator.
Eine kritische Einordnung von Dr. Karin Lindenberg
Wenn man sich diese Namen nebeneinander ansieht, fallen zwei Dinge auf, die selten offen ausgesprochen werden.
Erstens: Dieselben Personen tauchen quer über alle vier Themen hinweg auf. Michael Limburg und Horst-Joachim Lüdecke sitzen nicht nur an der EIKE-Spitze, sondern zugleich im AfD-Bundesfachausschuss Energie – dieselben Köpfe prägen also sowohl die vermeintlich unabhängige „wissenschaftliche“ Position als auch die Parteilinie. Frank Hennig tritt sowohl bei Tichys Einblick als auch bei Vernunftkraft und der AfD als Referent auf. Roland Tichy äußert sich zu Klima, Energie und Mobilität gleichermaßen. Max Mannhart ist gleichzeitig Chefredakteur bei Apollo News und Autor bei Tichys Einblick. Wer unabhängige Vielfalt der Stimmen erwartet, findet stattdessen ein enges Netzwerk, in dem dieselben Personen in wechselnden Rollen auftreten.
Zweitens: Ein einschlägiger fachlicher Hintergrund zum jeweiligen Thema ist die Ausnahme, nicht die Regel. Unter allen hier genannten Personen findet sich eine einzige naturwissenschaftliche Promotion mit thematischer Nähe – die von Fritz Vahrenholt, der allerdings Chemiker und nicht Klimaforscher ist. Die übrigen Hintergründe: Historiker, Polizist, Radiomoderator, Unternehmensberater, PR-Berater, Journalisten. Einzige nennenswerte Ausnahme ist Dirk Spaniel, der als promovierter Ingenieur tatsächlich einschlägige technische Erfahrung mitbringt – allerdings aus der Industriepraxis bei einem Automobilkonzern, nicht aus unabhängiger Verkehrsforschung.
Das soll nicht heißen, dass man ohne Doktortitel keine berechtigten Fragen stellen dürfte – im Gegenteil, gesunder Menschenverstand und Lebenserfahrung sind wertvoll. Aber wer sich als Gegengewicht zu „der Wissenschaft“ positioniert, sollte offenlegen, dass die eigene Positionierung eben nicht aus konkurrierender Forschung entsteht, sondern aus einem überschaubaren Kreis politisch und persönlich eng verbundener Personen ohne aktuelle Forschungstätigkeit in den jeweiligen Fachgebieten.
Genau das ist der Punkt, an dem wir als Institut ansetzen: nicht Position gegen Position, sondern die Frage, wer mit welcher Grundlage überhaupt sprechen kann – ideologiefrei betrachtet, ohne Denkverbote in beide Richtungen.
Ihre Dr. Karin Lindenberg
Energiepolitisches Institut der Alternative
Eine ausführliche Studie mit allen Profilen, Quellen und der vollständigen wissenschaftlichen Gegenprüfung erscheint in Kürze auf dieser Seite.


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