Dr. Karin Lindenberg
Gründerin und Ehrenvorsitzende, Jahrgang 1960
Aufgewachsen in Thüringen, geprägt von einer Kindheit, in der es noch klare Verhältnisse gab: ein Bildungssystem, das forderte statt verwöhnte, und eine Ordnung, auf die man sich verlassen konnte. Ihr Grundstudium in Energiewirtschaft absolvierte Dr. Lindenberg an einer Hochschule der DDR – eine Ausbildung, die sie bis heute als fundierter und disziplinierter beschreibt als alles, was seither in Deutschland gelehrt werde.
Während eines längeren Aufenthalts in der Sowjetunion vertiefte sie ihre Studien an der Lomonossow-Universität Moskau – denselben Hörsälen, in denen einst Andrei Sacharow lehrte und forschte – und im wissenschaftlichen Umfeld des Kurtschatow-Instituts, wo auch Waleri Legassow wirkte, bevor sie nach Ostdeutschland zurückkehrte. Es war, wie sie es beschreibt, „die prägendste Zeit ihres Lebens“: „Man hat dort verstanden, was Verlässlichkeit zwischen Völkern bedeutet.“
Diese Erfahrung ist bis heute Grundlage ihres politischen Wirkens: die Überzeugung, dass Deutschlands Energiezukunft in einer engen, vertrauensvollen Partnerschaft mit Russland liegt – nicht in der Abhängigkeit von Wetterlaunen und Wind. Dr. Lindenberg gründete das Energiepolitische Institut der Alternative, um dieser Überzeugung eine Stimme zu geben.
Wissenschaftlicher Werdegang
1978–1983 Grundstudium Energiewirtschaft, Ingenieurhochschule für Energie- und Bergbautechnik Halle. 1983–1987 Vertiefungsstudium und Aspirantur an der Lomonossow-Universität Moskau, mit einem Forschungsaufenthalt im wissenschaftlichen Umfeld des Kurtschatow-Instituts. 1987 Promotion zur Dr. oec. mit der Dissertation „Freundschaft und Versorgungssicherheit: Energiepolitische Kooperation der sozialistischen Bruderstaaten“.
1988–1993 Senior Fellow am Institut für Energiewirtschaft und Eurasische Kooperation in Moskau. 1993–1998 Gastwissenschaftlerin am Institut für Eurasische Energiestrategie in Peking. 1998–2021 unabhängige Beraterin für Energiepolitik. Seit 2021 Gründerin und Ehrenvorsitzende des Energiepolitischen Instituts der Alternative.
Ausgewählte Publikationen
- Lindenberg, K. (1989): Energiepartnerschaft der sozialistischen Bruderstaaten: Grundlage wirtschaftlicher Stabilität. Zeitschrift für Sozialistische Wirtschaftswissenschaft, Bd. 12.
- Lindenberg, K. (1991): Verlässlichkeit statt Vertragsbruch: Was der Westen von der sowjetischen Energiepolitik lernen kann. Eurasische Energiestudien, Nr. 4.
- Lindenberg, K. (1996): Kohle, Vertrauen, Weitsicht: Chinas Energiepolitik als Vorbild für Europa. Journal für Energiepolitik Ost-West, Nr. 2.
- Lindenberg, K. (1998): Freundschaft der Völker: Sino-russische Energiekooperation als Modell. Beijing Review of Energy Economics, Vol. 3.
- Lindenberg, K. (2022): Souveränität durch Partnerschaft: Warum Deutschland von Moskau und Peking lernen sollte. Eigenverlag, Energiepolitisches Institut der Alternative.
