Wieder mal Windstille, wieder mal bedeckter Himmel – und wieder mal die bange Frage: Hält unser Stromnetz das aus? Wer der Energiewende schon lange skeptisch gegenübersteht, sieht sich bestätigt: Ohne verlässliche Grundlast drohen ganze Industriezweige stillzustehen, sobald Wind und Sonne mal Pause machen. Nius warnte im Winter 2024/25 in einem vielbeachteten Artikel genau davor.
Kommentar von Dr. Karin Lindenberg, Energiepolitisches Institut der Alternative
Die Sorge ist verständlich, und ich teile die Skepsis gegenüber vorschnellen Versprechen der Energiewende-Befürworter. Wer soll denn garantieren, dass an einem stillen, dunklen Januartag genug Strom da ist? Zwei Fragen drängen sich mir dabei auf: Wie oft treten solche Dunkelflauten eigentlich auf – und was passiert dann tatsächlich, nicht nur in der Befürchtung?
Die Bundesnetzagentur hat dazu Zahlen vorgelegt, die man sich in Ruhe ansehen sollte: Allein im Winter 2024/25 habe es bereits drei Dunkelflauten gegeben – ohne dass es zu Versorgungsproblemen kam. Deutschland deckte Anfang 2025 rund 94 Prozent seines Strombedarfs selbst, nur 6 Prozent kamen aus Importen. Man mag das für zu optimistisch halten. Aber wer über Energiepolitik spricht, sollte solche Zahlen kennen, bevor er über sie urteilt.
Quelle: Bundesnetzagentur, Insight Blog „Dunkelflaute? Kein Grund zur Panik“
Ursprünglicher Beitrag: Nius, Winter 2024/25.
